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Weitblick

Weitblick (10)

KRISE

 

Auch >Ausnahmezustand<, der zur Regel geworden ist.

Beispiel: Bankenkrise, am besten gelöst auf Island: Die Banken, die spekulierten, ließ man pleite gehen (und die Verantwortlichen erhielten Haftstrafen); die, die die Girokonten verwalteten, wurden gerettet. Aktuell stehen Italiens Banken wegen ungedeckter („fauler“) Kredite vor einer Krise. Die Staaten dürfen jetzt nicht mehr retten, um die Gelder der Steuerzahler*innen zu schützen. Da dreht sich die Krise im Kreis.

crisis, griechisch: krísis = Scheidung, Entscheidung. Zunächst ein Fachwort der Medizin, das den entscheidenden Punkt einer Krankheit bezeichnete; dann Verallgemeinerung.1


También frente al colonialismo de izquierda nuestra filosofía milenaria

 

Definición resumida

 

El Sumaq Kawsay/Suma Qamaña es una forma de vida cotidiana de los andino-amazónicos. Pero también es un  pensamiento, un concepto1, una propuesta filosófica andino-amazónica sobre la vida. Por tanto es una práctica y lectura de la vida en sus diferentes formas2 o en su pluralidad. La forma de vida humana es considerada por el Sumaq Kawsay/S.Q. como un órgano intrínseco y engranado en las otras formas de vida naturales. En eso la vida humana tiene aspectos esenciales: los seres humanos somos per se comunitario-social3; y somos ratio y emotio4. Nuestro  engranamiento con las otras formas de vida es dinámica: multilateral y recíproco, no unilateral ni unilineal. Es decir las laterales o partes se engranan mediante puntos de equilibrio. Por ejemplo el agotamiento paulatino del agua en una zona pone en peligro el equilibrio de vida vegetal, animal y humana. Por tanto, el equilibrio de vida es neurálgico para su reproducción o sustentabilidad. Es tarea del ser humano mantener la configuración natural del equilibrio o configurarloa nuevamente. Ayni (reciprocidad de emulación biotica5), Qhapaq (existir6 con nobleza y justeza7)Taypi8 (centro del equilibrio) y pachakuti (tiempo y espacio dinámico) son las palabras maestras–de origen aymara-quechua- que se acercan a describir la necesidad de cuidar el equilibrio de vida.

Die HUGO BOSS AG aus dem schwäbischen Metzingen, heute mit ca. 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz die führende deutsche Marke für Herrenmode, begann 1924 als „Berufskleiderfabrik“.

Später warb BOSS mit Lieferungen „für SA und SS“. Im 2. Weltkrieg wurden dort Uniformen u.a. von Kriegsgefangenen aus Frankreich und Zwangsarbeiter*innen aus Polen genäht (siehe http://www.metzingen-zwangsarbeit.de/ ). Nach dem Krieg stufte man Firmengründer Hugo Ferdinand Boss als „Mitläufer“ ein, die Firma stellte auf Anzüge um.

Die Platzierung der Marke im Luxussegment gelang ab 1969 den Gebrüdern Holy. Sie machten HUGO BOSS, den Dominanz ausstrahlenden Namen ihres Großvaters, weltweit bekannt. Als Ende der 1990er die Rolle der Firma im Nationalsozialismus publik wurde, trat sie dem Zwangsarbeiter-Entschädigungsfond bei. Jetzt wird die HUGO BOSS AG von ihrer Gegenwart eingeholt: In Osteuropa und der Türkei fand ein Forschungsteam der CCC in den Fabriken der Luxusmarke Armutslöhne und Schikanen gegen engagierte Arbeiter*innen vor (siehe http://lohnzumleben.de/izmir/ ). Frauen wurden beschimpft, sexuell belästigt und mussten sich verpflichten, fünf Jahre lang nicht schwanger zu werden. (siehe http://lohnzumleben.de/aktionhugoboss/ ).

Die Verantwortlichen für die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer mit mehreren hundert Toten, waren schnell ausgemacht. Das Böse hat seit dem einen Namen: Schlepper, die aus Geldgier Flüchtlinge in den Tod treiben. Ob die Schlepper das genauso sehen wie wir? Sabine Schiffer wagt einen Perspektivwechsel.

 

Es ist ja wirklich nett, dass wir Flugblätter in unserer Sprache erhalten. Sonst hätte ich gar nicht mitbekommen, dass ich in Europa gesucht und bedroht werde. Bedroht von Verhaftung und Verurteilung. Gibt es in Europa die Todesstrafe? Nun ja, der Tod droht mir auch hier. Wenn ich nicht als Schlepper arbeite, als was dann?

Fischerei geht nicht mehr, die Meere sind leergefischt. Es reicht nicht mehr, um die Familie zu ernähren. Und die Piraterie ist ja auch nicht gerade ein angesehener Beruf und ungefährlich auch nicht. Und Seefahrt ist in unserer Familie Tradition. Freilich könnte ich auch umschulen. Aber wohin? In die Landwirtschaft, die auch keine Familie mehr ernährt, weil die EU-Billigware und Lebensmittelhilfen unsere Märkte zerstören? Blumen wären schön, aber die nimmt uns die EU auch nicht ab. Entlang der Einfuhrverbote bleiben nicht wirklich viele Möglichkeiten, für die es nicht schon viel zu viele gut ausgebildete Leute gäbe, die auch jetzt schon keinen Job bekommen, weil man sie ja dann auch bezahlten müsste.

 

 

 

 

Unser kapitalistisches System, insbesondere die westlichen Industrieländer als größte Pro-Kopf-Verbraucher, benötigt viele, möglichst billige Rohstoffe (z.B. Bodenschätze, Holz, Agrarprodukte oder Fisch). Diese werden auch aus den Ländern des globalen Südens, also der Zwei-Drittel-Welt, importiert. Das führt dort nicht selten zu Wasserverschmutzung, Landraub und weiterer Zerstörung der Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung. Wenn die Regierungen jener Länder diese Rohstoffe möglichst teuer verkaufen oder im Lande behalten und selbst verarbeiten wollen, werden sie häufig gewaltsam gestürzt. Das betraf in jüngster Zeit z.B. Libyen, und vorher z.B. den Iran 1953, Guatemala 1954, Kongo-Zaire - Patrice Lumumba, Indonesien 1965, Putsch gegen Allende am 11.9.1973. Die USA wollte Vietnam in die Steinzeit zurückbomben und weiteten dies dann auch auf ganz Indochina aus.Teilweise ist die Folge auch nicht die Installierung dem Westen genehmer Regierungen, sondern die Instabilität des Landes (z.B. Somalia, Afghanistan, Irak, Südsudan, Syrien, wieder Libyen).

Kein Siegel garantiert faire Löhne oder die Einhaltung von Arbeitsrechten, auch nicht der neue FLO-Textilstandard (Stand März 2015), dessen Einführung von der Clean Clothes Campaign stark kritisiert wird.

 

Wer ein T-Shirt mit FairTrade- und/oder GOTS-Siegel kauft, glaubt sich schnell auf der sicheren Seite, die Klamotte mit einem guten Gewissen erstanden zu haben. Doch können kommerzielle Produkt-Zertifizierungsmodelle Menschenrechte in der Lieferkette sicherstellen? Diese Frage kommt auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den FairTrade/FLO-Textilstandard auf.

Die globalen Lieferketten in der Textilproduktion sind lang und unübersichtlich. Auftraggeberfirmen lassen weltweit produzieren, ohne die vielen Glieder der Auftragnehmer zu kennen. Sie geben damit die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen ab und erhöhen gleichzeitig den Preis- und Zeitdruck auf die Produktionsstätten. Dieses 'unternehmerische Geschäftsmodell' führt zur Ausbeutung der Arbeiter*innen am Ende der Kette – zum Beispiel beim Thema Löhne.

Die Studie IM STICH GELASSEN zeigte 2014 die gravierende Kluft zwischen Mindestlöhnen und Existenzlöhnen. Auch Transfair- oder GOTS-auditierte Lieferanten bilden davon KEINE Ausnahme. Die Näher*innen in Leutersdorf (Sachsen) beim PUMA-Lieferanten, in der Republika Srpska (Bosnien Herzegowina) beim Adidas-Lieferanten oder in Kosice (Slowakei) beim Fairtrade-Betrieb verdienen ebenso wenig einen Living Wage wie beim kambodschanischen H&M-Zulieferer oder dem türkischen GOTS-Produzenten. Wie kann das passieren?

Spiegelungen vom Weltladentreffen Ost vom 17.-19.04. auf Gut Frohberg

 

Seit 25 Jahren treffen sich die Weltläden Jahr für Jahr, um gemeinsam zu lernen, sich auszutauschen, voneinander Neues zu lernen, gemeinsam an einem Thema zu arbeiten und sich zu unterstützen.

Im 25. Jahr sollte genauer auf die Arbeit geblickt werden. Nicht nur auf das, was sie selbst sehen, sondern, wenn möglich, den Blick auch umkehren, sich von außen betrachten, von mehreren Seiten, unter verschiedenen Aspekten.

Spiegelungen mit Ausblick“ hieß das 25. Wochenende in der Geschichte der Weltladenbewegung Ost.

Manchmal hilft ein Spiegel sehr, sich zu orientieren, sich selbst zu betrachten und gleichzeitig Visionen zu entwickeln. [Aus dem Vorwort der Vorbereitungsgruppe im Einladungsfyler]

Ein solcher Spiegel war der Workshop „Fremd- und Selbstwahrnehmung – Spiegelungen von Weltläden“, an dem ich teilgenommen habe. Es war meine erste richtige und eine sehr intensive Begegnung mit der Weltladenszene.

Weltläden sind schon eine eigene Galaxie. An ihren Rändern tummeln sich auf der einen Seite die professionalisierten Läden mit fest angestellten Mitarbeitern, bester Innenstadtlage und abwechslungsreichem Bildungsprogramm; und auf der anderen Seite die schwer auffindbaren, ehrenamtlich betriebenen, die mit der Besetzung der Ladenzeiten derart ausgelastet sind, dass der Anspruch an Bildungsarbeit zu kurz kommt. Die Spezies Weltladenmitarbeiter*in ist überzeugt, mit dem Fairen Handel eine gute Sache zu tun und die Bildungsarbeit soll diese Idee verbreiten. Die Ambivalenz der Art liegt zwischen Weltladen als Selbstverwirklichungsprojekt und dem Überlebensanspruch durch Produktverkauf.

Doch die Galaxie Weltladen sieht sich in Gefahr. Es droht nicht nur die Kommerzialisierung des Fairen Handels und das konkurrierende Angebot von Fairem Kaffee und Co in Supermärkten und Bioläden. Die Krise steckt auch in der geringen Wahrnehmung der Weltläden, in der Überalterung der Mitarbeiter und manch böse Stimme behauptet: auch im mangelhaften betriebswirtschaftlichen Denken!

Den Weltläden stellen sich zunehmend die Fragen: wie können sie das Verschwinden im Schwarzen Loch verhindern? Saugt das Siegel das Konzept Weltladen aus? Wie können wir die Art erhalten? Und: wie fair ist der Faire Handel, wenn sich die Weltladen-Mitarbeiter selbst ausbeuten?

Aber die Weltläden geben nicht kampflos auf, sie warten mit mehreren Strategien auf, um dem Aussterben ihrer Art zu begegnen. Die Maßnahmen sind nicht widerspruchslos, doch mögliche Wege. Auf Gut Frohberg kamen folgende Vorschläge:

  • Weltläden können Weltgeschichten erzählen

  • Und sich dadurch die Fachstelle für den Fairen Handel nicht von Supermärkten abspenstig machen lassen. Damit ginge dann auch eine Spezialisierung auf bestimmte Qualitäts-Produkte einher.

  • sich als Tante-Emma-Läden und/oder Café etablieren, in Kombination mit Bio- und regionalen Produkten und auch so den Trend von fair zu nachhaltig begleiten

  • den Schritt zur Professionalisierung wagen – Strukturanpassungen wie beim Einzelhandel vollziehen (Bezahlte Mitarbeiter z. B.), einen online-Shop einrichten (wobei die Art hier gleichzeitig die größte Selbstsprengkraft entwickelt)

  • sich zu einer Genossenschaft weiterentwickeln – Vorreiter gibt es schon in Freiberg

  • eine Weltladentauschbörse von Ladenhütern

  • eine Marke (oder auch neudeutsch: Corporate Identitiy) Weltladen entwickeln

Einen Slogan gibt es ja schon: „anders als andere“ vom Weltladen-Dachverband. Doch mit Erstaunen stelle ich fest: von den 800 Weltläden in Deutschland, ist nur die Hälfte Mitglied bei eben diesem und schon kaum eins aus Ostdeutschland. Die Gründe seien dahingestellt. Doch damit fehlt der Weltladenszene Ost ein entscheidendes Moment im Kampf gegen den Untergang der Galaxie: kontinuierliche (regionale) Vernetzung mit gemeinsamen Kampagnen oder Aktionen. Eine erste könnte auf die Nachwuchsförderung abzielen. Denn auch ich habe den Weltladen nie als einen Hort für ehrenamtliches Engagement wahrgenommen. Sie stehen zunächst wie ein Laden zwischen allen anderen Geschäften. Den Unterschied kennt man nicht aus dem Schulunterricht.

Die Quintessenz aus dem Workshop zur „Selbst- und Fremdwahrnehmung“: Nach 25 Jahren fehlt es der Weltladenbewegung Ost derzeit an einem Selbstverständnis, mit dem man weitermachen, an Selbstbewusstsein, mit dem man auftreten und an einer gemeinsamen Richtung, in die man gehen kann. Das ist nicht das vernichtende Urteil einer unvollständigen Fremdwahrnehmung der Autorin, sondern der Ansatz für ein gemeinsames Nachdenken. Der Workshop allein war zu kurz, um die nächsten Schritte zu diskutieren. Denn bei allen Schwierigkeiten, die die Weltläden haben, so können sie sich eines sicher sein: der Liebe ihrer Mitarbeiter.

Denn sie singen..

Weltladen, du machst mich so froh.

Weltladen, ich liebe dich so!

Weltladen, hier bin ich zuhaus.

Weltladen, hier geh nicht mehr raus!

 

(gedichtet von den Hallenser Weltladen-Leuten zum 25. Weltladentreffen Ost)


 

Das Volk von Burkina Faso ist langmütig. Aber 27 Jahre semiautoritäres, verkrustetes System waren genug. Im Oktober vergangenen Jahres stürzten Burkiner und Burkinerinnen ihren Präsidenten Blaise Compaoré.

Dieser hatte sich schlicht verkalkuliert beim Versuch, sich noch eine weitere Amtszeit per Verfassungsänderung zu genehmigen. Compaoré muss nicht schlecht gestaunt haben, dass auf die Trägheit der „internationalen Gemeinschaft“ Verlass ist: man hatte ihn seinen Despotentrick ohne große Gegenwehr anwenden lassen, aber dem überraschend heftig aufbegehrenden Volk ebenfalls keinen Einhalt geboten. Im Verlauf einer wütenden, aber zivilisierten Revolution wurde Blaise schließlich abgesetzt. Geistesgegenwärtig setzte er sich ins befreundete Ausland ab und lebt derzeit dem Vernehmen nach komfortabel mit seiner Frau in deren Heimatland Côte d‘Ivoire.

Seine direkte Macht ist dahin, aber seine alten Freunde versuchen naturgemäß weiterhin Strippen zu ziehen. Das weiß auch die Interimsregierung und hat jüngst die Fäden gekappt: bekannte Compaoré-Anhänger sind von der Teilnahme an den Parlamentswahlen am 11. Oktober dieses Jahres ausgeschlossen.

Die Kohlenstoffbilanzen sind alarmierend eindeutig: Gegenüber der vorindustriellen Zeit (ca. 1750) hat sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 280 Teilen pro Million Teile Luft (parts per million - ppm) heute auf 400 ppm erhöht. Sie steigt zur Zeit jährlich durch den Emissionsausstoß von 32 Gigatonnen um 2 ppm. Bei einer Konzentration von 450 ppm wird die Atmosphäre um zwei Grad Celsius wärmer sein als 1750. Bis dahin kann sie noch maximal 565 Gigatonnen CO2 aufnehmen. Jenseits dieser Grenze sollte Energie nur noch emissionsfrei erzeugt werden. Für die notwendige wirtschaftspolitische und kulturelle Umsetzung reicht die Zeit fast nicht mehr.

83 Länder sind kritisch verschuldet. Das zeigt der Schuldenreport 2015 des deutschen Entschuldungsbündnis erlassjahr.de. In Anbetracht der Politik des billigen Geldes ist zu erwarten, dass es in vielen Ländern im Globalen Süden schon bald wieder zu Schuldenkrisen kommt.

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