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Im Jahr 2015 feierte das ENS seinen 20. Geburtstag. Das war Anlass zur Selbstreflexion und zu folgenden Fragen: Mit welcher Entwicklungslogik arbeiten wir eigentlich? Was haben wir als ENS in 20 Jahren erreicht? Welchen Beitrag haben wir in der Beziehung und Problematik Nord-Süd oder Nord-Ost geleistet? Oder umgekehrt: Was hat das Entwicklungskonzept und seine Logik mit uns als Individuen, als Menschen, als Verein, als Netzwerk, als Zivilgesellschaft gemacht? Welchen Einfluss und welche Wirkung haben sie in den letzten 70 Jahren auf uns ausgeübt? (fairquer # 37, S. 6) Im Frühjahr 2015 waren Miguel Ruiz, Muruchi Poma und Antonia Mertsching auf dem Weg, um diese Fragen anhand von Thesen mit den Netzwerkmitgliedern zu diskutieren.

 

 

Wofür ist der Begriff Entwicklung noch brauchbar? Das Fortschreiten der Krise - vom klammen Wachstum bis zum Brexit, von der Arabellion bis zu den Geflüchteten oder vom Streit über Freihandel bis zur Überlastung des Klimas – all das verringert nicht gerade die Zweifel am Entwicklungsbegriff (vgl. auch fairquer #37, 2015, S. 4 ff).

Seit dem „Washington Consensus“ (1990) steht er für ein Bündel von Maßnahmen (Liberalisierung, Deregulierung, Privatisierung, kurz: Neoliberalismus) mit dem die Wirtschaft stabilisiert, das Wachstum gefördert und die damals vorherrschende Krise in Lateinamerika überwunden werden sollte. Funktioniert hat das nicht. Heute erscheinen uns die 1990er Jahre eher als gute alte Zeit, in der die Welt fast noch in Ordnung war. Die Europäer*innen hatten ihre Ruhe, abgesehen vom Balkan. Die Deutschen waren in Erwartung blühender Landschaften zum großen Teil mit sich beschäftigt.

 

Entwicklungspolitische NGO's verstehen Entwicklung ohnehin etwas anders: gerechter, nachhaltiger, fairer eben. Wenn es zu Gesprächen mit Politiker*innen kommt, führt das mitunter zu Kopf schütteln auf beiden Seiten. Oder mensch schlägt sich die Hand an die Stirn. Manchmal liegen Vorstellungen und Interessen Welten auseinander!

Im Juli 2017 trifft sich die Gruppe der 20 wirtschaftsstärksten Nationen der Welt (G20) in Deutschland, um über die Weltwirtschaft und globale Finanzstabilität zu diskutieren. Das vom ENS mitgetragene Entschuldungsbündnis erlassjahr.de setzt den G20 die D20 entgegen. Menschen aus 20 von Verschuldung betroffenen Ländern machen deutlich, warum sich am aktuellen Umgang mit Staatsschulden etwas ändern muss.

Kettly Noël bezeichnet sich gern als «schwarze Choreografin, die in Afrika arbeitet». Sie kommt aus Haiti, nicht aus Mali, wo sie heute wohnt – nach Zwischenstationen in Paris und Benin. In den «besseren Vierteln» der Hauptstadt Bamako hat sie ein schönes Haus mit einem Theater im Garten. Dort lebt und arbeitet sie, und wenn sie sich in eine Idee verbohrt, verlässt sie das Grundstück mitunter tage- und wochenlang nicht. Sie ist eine Besessene, eine Visionärin, die den afrikanischen Tanz von der Tradition befreien und als zeitgenössischen neu erfinden will. Diesen Ansatz teilt sie mit vielen Choreografen des Kontinents, aber sie ist vermutlich die radikalste. Um sich mit ihren Kollegen auszutauschen, hat sie das panafrikanische Festival Dense Bamako Danse gegründet.

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